Freitag, 22.09.2017

Was hat Erfolg mit innerer Freiheit zu tun?

Buchausschnitt zum Thema Erfolg:

Mahuts sind indische Elefantentreiber. Sie ketten ihre Elefantenbabys an einen Baum. Das Elefantenbaby kann sich aus eigener Kraft nicht losreißen und je mehr es zieht, desto größere Schmerzen fügt es sich zu. So lernt das Elefantenbaby, dass es unmöglich ist, sich loszureißen. Deshalb wird der gleiche ausgewachsene Elefant, obwohl dieser nur noch mit einem Seil angebunden ist, nicht mehr versuchen sich loszureißen. Es ist nicht das Seil, die den Elefanten festbindet, sondern seine innere Stimme, die sagt: „Ich schaffe es nicht.“


Wir fesseln uns selbst, weil wir es, wie die Elefantenbabys, als Kinder so gelernt haben. Dabei könnten wir uns leicht, so wie auch diese ausgewachsenen Elefanten, von den Fußketten befreien. Was Sie als Kind nicht konnten, können Sie jetzt im Erwachsenenalter eigentlich problemlos. Alles was Sie brauchen, ist Selbstvertrauen. „Die Gewohnheit ist ein Seil. Wir weben jeden Tag einen Faden, und schließlich können wir es nicht mehr zerreißen.“  Viele schaffen ihre Ziele nicht, weil sie aufgeben, diese zu erreichen. Ziehen und reißen Sie an den Seilen und Ketten Ihrer Kindheit! Der Loslösungsprozess schmerzt vielleicht. Er schmerzt aber nicht so stark wie in der Kindheit, als wir es tatsächlich nicht geschafft hätten. Binden Sie sich los, oder holen Sie sich Hilfe. Falls es sich um eine Kette handelt, besorgen Sie sich geeignetes Werkzeug und durchtrennen Sie die Fesseln. Die Fäden des Seils könnten Sie sogar eigenhändig zerreißen. Mit einer Schere geht es schneller. Entwickeln Sie die Idee dieser Schere.


6.1    Was ist Erfolg?
Was hat Erfolg mit innerer Befreiung zu tun? Es ist wichtig, dass jeder sich seine eigene Vorstellung von Erfolg macht. Was ist Erfolg? Ist Erfolg das, was er-folgt? Oder ist Erfolg, die Folge, dessen, was wir in der Vergangenheit gedacht, gesagt und getan haben? Ist Erfolg Zufall? Was ist für Sie Zufall?  Warum ist es wichtig, im Leben Erfolg zu haben, der uns zufällt? Es scheint so, als wäre Erfolg für den einen wichtiger als für den anderen.

Erfolg ist innerer Reichtum und angewandtes Wissen. Was unterscheidet meine Definition von denen der anderen? Bei Erfolgsvorträgen wird gesagt: ‚Sie müssen und Sie sollten, dies und jenes tun, um erfolgreich zu sein‘. Schön und gut, wenn die Menschen aber nicht die Kompetenz haben, dies und jenes zu tun, weil sie sich selbst nicht so annehmen und wertschätzen können, wie sie sind. Was dann? Der innere Reichtum ist abhängig von den Potenzialen. Wie nutze ich diese? Erkenne ich meine negativen Reaktionsmuster, die meine Potenziale verhindern? Innerer Reichtum kann zu äußerem Reichtum führen. Viele entscheiden sich jedoch bewusst gegen den äußeren Reichtum. Dennoch gelingt es Menschen, die innerlich reich sind, eher, äußeren Reichtum zu erlangen. Sie sind gelassener, freier und haben weniger Angst zu scheitern. Innerer Reichtum bedeutet selbstverständlich für jeden etwas anderes. Jedem sind andere Werte wichtig. Meine Definition ist nach der Birkenbihl-KAWA-Methode entstanden:


E = Entwicklung (erfolgt)
R = Reichtum, radikale Selbstwertschätzung
F = Fähigkeit gut zu kommunizieren / Freiheit
O = Orientierung
L = lebenslanges Lernen, angewandtes Wissen
G = gutes,  freies Gefühl


Erfolg ist Entwicklung der radikale Selbstwertschätzung, Selbstakzeptanz und Selbstliebe. Erfolg ist, zu wissen, wie die inklusive Sprache, die zur Freiheit und letztlich zum Erfolg führt, wirkt. Die eingeschlagene Richtung ergibt eine optimale Orientierung und vermittelt im Prozess des lebenslangen Lernens ein gutes und freies Gefühl. Wer sich nicht genügend wertschätzt, sollte bei der Suche nach äußerem Erfolg inne halten. Er wird den Erfolg weder im Außen noch im Innen finden. Erst innerer Reichtum führt zu äußerem Reichtum. Erst wer zunächst erfolgreich seine Wertschätzung und Selbstakzeptanz aufbaut, wird erfolgreich werden. Lernen Sie in Bezug auf sich die Inklusive Kommunikation  kennen, damit Sie Ihre Gefühle und Bedürfnisse stimmig kommunizieren können. Methoden funktionieren nur, wenn Sie auch bereit sind, diese umzusetzen.


Erfolg wird oft am äußeren Gewinn gemessen. Wer Erfolg nur als äußeren Reichtum definiert, hat mit seiner Sichtweise des Gewinns Recht. Das Eigenschaftswort von Erfolg lautet erfolgreich. Die Frage ist: „Reich an was?“ Viele Erfolgstrainer sehen nur den äußeren Erfolg. Armselig sind die Menschen, die es zwar geschafft haben, reich zu werden, die aber dennoch unzufrieden, neidisch und despotisch bleiben. Ich kenne sehr reiche Menschen und weiß, dass sie nicht glücklicher als weniger Betuchte sind. Sie sind äußerlich erfolg-reich, aber innerlich erfolgs-arm.


Der wahre Gewinn ist der innere Erfolg. Die Selbstwertschätzung ist der größte Reichtum, den ein Mensch haben kann. Deshalb sind für den Erfolg, nicht Fleiß, Elan, Ausdauer und Ziele allein aus-schlaggebend, sondern der subjektiv empfundene Selbstwert. Wer sich liebt, ist in jeder Hinsicht erfolgreich. Wer sich liebt, ist es sich wert, Dinge anzufangen und zu beenden. Menschen, die sich nicht wertschätzen, sind unmotiviert. Wer sich liebt, ist bestrebt keine Fehler zu machen, aber es ist auch kein Weltuntergang, wenn Feler gemacht werden. Schuld- und Schamgefühle blockieren und helfen nicht weiter. Sicherlich ist Ihnen nicht entgangen, dass beim vorhin Wort Fehler das „h“ fehlte. Was dachten Sie im ersten Moment, abgesehen davon, dass Sie sicherlich schon einige stehengebliebenen Fehler in diesem Buch entdeckt haben? Wie gehen Sie mit Fehlern von anderen um? Und noch viel wichtiger, wie gehen Sie mit den eigenen Fehlern um? Ich habe (mühsam) gelernt, und ich habe es gelernt, zu meinen Fehlern zu stehen und ich habe festgestellt: es ist gar nicht so schwer: Es ist leicht zu seinen Fehlern stehen zu können! „Fehler of the day – na und? Ach, da haben wir ja schon den zweiten Fehler of the day?“   Spielen Sie mit Ihren Fehlern. Als ich den Anspruch auf Fehlerlosigkeit aufgab, ging es mir auch beim Schreiben der Bücher besser. Weder ich und meine Lektorin können alle Fehler entdecken und keine zu machen, ist bei der Geschwindigkeit, wie ich Texte verfasse, umwerfe und neu zusammenfüge, für mich undenkbar. Inhalte sind mir wichtiger als die Rechtschreibung, abgesehen davon, dass ich die deutsche Rechtschreibung und Grammatik sowieso sehr bedürfnisunfreundlich empfinde. Als Rumänen-Deutsche kämpfe ich immer noch mit den richtigen Dativendungen und Kommasetzungen und fände es besser, wir hätten, wie die Chinesen mehr Symbole und keinen Plural. ,Zwei Haus‘ wäre doch logisch, dass es mehrere sind, wenn die Zahl zwei davor steht – oder? Symbole würden unsere Schreibweise erheblich vereinfachen und wir könnten uns verstärkt mit Inhalten auseinandersetzen und müssten Schüler nicht mit der trockenen, unverständlichen und nicht nachvollziehbaren Grammatik quälen.
Menschen, die sich durch die Fehler anderer erhaben und ergötzen, sind innerlich extrem unfrei. Schauen Sie sich das Video von Vera F. Birkenbihl an, in der sie das Thema „SPRACHE“ behandelte und vor lauter Tun und Emsigkeit nicht merkte, dass ein „R“ fehlte. Wie sehr habe ich mich über ihren Fehler gefreut, weil ich daraus endlich nachhaltig lernte, dass es wirklich auch gar nichts ausmacht, wenn wir zu unseren Fehlern offen stehen. Die meisten von uns hätten das Video nochmals neu aufgenommen und so gar nicht ins Netz eingestellt. Nicht aber Vera F. Birkenbihl. Respekt vor dieser sehr erfolgreichen, kreativen und fehlerfreundlichen Frau. Wir brauchen mehr davon.


Ragt jemand durch besondere Fähigkeiten aus der Masse heraus, dann schlägt ihm oft der Neid entgegen. Warum gönnen Menschen anderen keinen Erfolg? Wer Erfolg gönnt, wird selbst Erfolg haben, da er von erfolgreichen Menschen lernt. Wer Erfolg missgönnt, wird nur neidvoll und heimlich den Erfolg anderer beäugen und selbst im Leben nie wirklich erfolgreich sein. „Neid ist eine emotionale Bremse für Herzenswachstum!“  sagte die erfahrene Management-Trainerin und Leiterin des Institutes für gehirn-gerechtes Arbeiten, Vera F. Birkenbihl. 


Erfolge authentisch zu beschreiben, ist keine Angeberei, außer Sie hätten ein Angebermuster: „Ich bin besser als Du!“. Die reine Erfolgsbeschreibung ist keine Angeberei in Form von „Eigenlob stinkt!“. Eigenlob beflügelt unsere Seele sowie auch die der anderen, die von unserem Erfolg lernen wollen. Viele Menschen wollen an unserem Erfolg teilnehmen. Erfolg verdoppelt sich, wenn er geteilt wird. Menschen mit einem ausgeprägten Neid- und Konkurrenzmuster könnten Ihren Umgang mit Erfolg als Prahlerei empfinden. Die interpretativen Gefühle  anderer haben nichts mit Ihnen persönlich zu tun. Sie haben aus Unwissenheit vielleicht den Auslöserknopf für deren Neidmuster gedrückt. Für die negative Gefühlswallung des Neidmusters sind Sie nicht verantwortlich. Denken Sie an die radikale Selbstverantwortung des Gefühls. Sie sind nicht auf dieser Welt, um die Neidprobleme anderer zu lösen. Das müssen diese Menschen selbst tun. Bleiben Sie für sich konsequent auf Ihrem Erfolgskurs. Vera F. Birkenbihl beschreibt in ihren Ausführungen, dass sie lange ein inneres Problem hatte, weil ihr früher oft vorgeworfen wurde, sie würde viel zu viel reden. Erst als sie ihr Problem mit einem Coach als große Begabung für sich anerkannte, erkannte sie, dass diejenigen, die ihr das vorwarfen, selbst ein Redeproblem hatten. Während die anderen immer noch Mühe haben, die Dinge auf den Punkt zu bringen, machte sie das Vielzuvielreden zur wohlverdienten Geldanlage.
Wünschen Sie innerlich und äußerlich erfolgreich zu sein, dann lade ich Sie ein die folgenden Er-folgsübung durchzuführen. Ich habe sie schon mehrfach auf Seminaren und in Teams durchgeführt, und es wird jedes Mal deutlich sichtbar, wie stark Erfolg von der inneren Einstellung abhängt. Menschen schwingen auf unterschiedlichen Energieebenen  aufgrund ihrer Überzeugungen und den daraus resultierenden Gefühlen. Diese Schwingungen können sogar gemessen werden.  Martin, 44 J., führte die Erfolgsübung mit einer wiederstrebenden Haltung in einem Seminar durch. Er schrieb: „Ich rede nicht gerne über meinen Erfolg, weil ich mich dann wie ein Angeber fühle!“ Seine „messbaren“ Antworten zeigten einen sehr geringen Selbstwert. Ein Mensch, der so schwingt und nichts daran ändert, wird bis an sein Lebensende ackern und dennoch nicht erfolgreich werden.


6.2    Erfolgsübung


Finden Sie Ihre Erfolgsdefinition: Was bedeutet für Sie Erfolg?





Ist es Ihnen wichtig, anderen Ihre Erfolge zu zeigen und warum?





Falls es Ihnen schwerfällt, über Ihre Erfolge zu sprechen, dann denken Sie darüber nach, warum Sie Ihre Erfolge nur ungern mit anderen teilen?





Welche erfolgsverhindernder Glaubenssätze möchten Sie dringend verändern und warum?





Fangen Sie heute damit an!


Der nächste Schritt besteht darin, eine Erfolgsgeschichte aufzuschreiben und die Faktoren zu analysieren, die zum Erfolg führten.

Ein Wanderer kommt in eine Stadt. Er war des Wanderns müde und überlegt, ob er in dieser Stadt für eine Weile bleiben möchte. Er trifft auf einen Einwohner und fragt diesen: „Wie sind die Menschen in dieser Stadt? Ich möchte hier vielleicht für eine Weile bleiben.“ Der Einwohner schaut ganz grimmig und sagt: „Bloß nicht! Das ist eine furchtbare Stadt! Hier gibt es nur Missgönner, Idioten, Betrüger und Diebe. Niemandem kann ich trauen, ständig werde ich von anderen beurteilt, von ihnen belogen, betrogen und sogar beschimpft.“ Der Wanderer bedankt sich und geht weiter. Nach kurzer Zeit trifft er auf einen anderen Einwohner. Er fragt auch diesen: „Wie sind die Menschen so in dieser Stadt? Ich möchte hier vielleicht für eine Weile bleiben.“ Der Einwohner sagt erfreut „Wunderbar! Eine unglaublich schöne Stadt! Hier gibt es nur freundliche, hilfsbereite Menschen. Alle meinen es gut, zeigen Dir den Weg, wenn du Dich nicht auskennst und alle gehen sehr wertschätzend miteinander um.“ Der Wanderer bedankt sich und geht weiter. Der weise Wanderer ist schon viel durch die Welt gereist. Er wusste: beide haben Recht.

Wenn ich an der Spitze bin ...

dann fange ich wieder von unten an ...